Freitag, 19. Mai 2017

Rezension: 'Hohes Tier' von Nadja Quint

Nadja Quint - Hohes Tier
Ein Fall für Lilo Gondorf
Krimi // btb
315 Seiten // 9,99 €
* Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von btb zur Verfügung gestellt - Herzlichen Dank dafür!




Tierische Zustände an der Ostseeküste.
Razzia auf Rügen: Auf dem Anwesen eines ehemaligen Ministers entdecken die Behörden unzählige Katzen - und eine Frauenleiche. Selbstmord, ergibt die Obduktion. Ex-Polizistin und Pensionswirtin Lilo Gondorf wittert jedoch mehr und ermittelt auf eigene Faust. Dabei stößt sie auf eine mafiöse Verbindung, die Hundewelpen ins Land schmuggelt...







... So war's ...


Das Buch fängt gleich auf Vollgas an, denn einem Ex-Minister wird ein Behördenbesuch abgestattet, da er hunderte von Katzen horten soll. In Mitten der Katzenmengen und des verunstalteten Garten wird die Leiche einer Frau gefunden, allerdings kann nicht direkt herausgefunden werden, wer sie ist. Der ehemalige Minister muss in die Klapse und Frau Gondorf, ihres Zeichens ehemalige Polizistin und jetzt Pensionswirtin fängt an zu kriminalisieren und zu schnüffeln und mit vereinten Kräften von Tochter und Nachbar kommt man der Lösung immer näher.

Ein bisschen erinnerte mich die Hauptprotagonistin und ihr Nachbar an die Miss Marple und an Mr. Stringer aus dem Film, wenn die beiden im Buch nicht ganz so schrullig und etwas jünger waren. Da ich die Filme aber mag, hat mir auch das hier gefallen. Von mir aus muss es nicht immer blutig zugehen in einem Krimi.
Mir hat außerdem gut gefallen, dass zwar Lilo Gondorf zwar Hauptperson war, es aber nicht nur aus ihrer Sicht geschildert wird, dass lockert auf und bringt andere Perspektiven mit ein. Gut fand ich es auch, dass auch ein bisschen über Banales wie Gartenarbeit und Hausarbeit geschrieben wurde, denn mal ganz ehrlich - das gehört zu einem ganz normalen Leben/ Tagesablauf dazu. Allerdings nie so, dass man das Gefühl hat, man liest in einer Hausfrauenklitsche.

Was mir allerdings überhaupt nicht zugesagt hat, waren diese von Anfang an unhaltbaren Verdächtigen von Lilo - dafür, dass sie mal Ermittlerin war, wirkt das äußerst stümperhaft.
Auch insgesamt wirkte das ganze Fall im Nachhinein betrachtet sehr zusammengeschustert - anfangs fiel mir das während dem Lesen nicht so auf, aber als ich im Nachhinein drüber nachgedacht habe, fand ich das alles doch sehr an den Haaren herbei gezogen.
Auch, dass die Tochter, die Polizistin ist und in diesem Fall ermittelt, das alles toleriert und sogar noch fördert durch Deckelung und ähnliches, finde ich eher nicht so gelungen. Das wirkt unecht.
 Eigentlich echt schade, weil die Autorin einen flotten und fesselnden Schreibstil hat.

Fazit: Während dem Lesen fühlte ich mich gut unterhalten und war auch gefesselt, was vor allem dem flüssigen Schreibstil und den Charakteren geschuldet ist, aber die Geschichte an und für sich ist leider eher für die Tonne, da gibts zu viele Ungereimheiten und zuviel Gewolltes.
Schade.

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